Wenn Sie eine zuverlässige und hochwertige Hydraulikpumpe für Ihre Maschine auswählen möchten, sind Sie hier genau richtig. Dieser Leitfaden stellt die drei wichtigsten Hydraulikpumpen und ihre Funktionen vor und erläutert ihre zentralen Vorteile, Einschränkungen und weitere relevante Aspekte. So hilft er Ihnen dabei, die optimale Lösung für Ihre Anforderungen zu finden. Folgen Sie uns und erfahren Sie jetzt die wichtigsten Informationen!
Typ 1: Zahnradpumpen (Gear Pumps)
Funktionsweise
Zahnradpumpen fördern Hydrauliköl mithilfe zweier ineinandergreifender Zahnräder vom Einlass zum Auslass. Pro Umdrehung wird eine konstante Fördermenge erzeugt – ideal für einfache Open-Center-Hydrauliksysteme.
Hauptvorteile
- Robust und einfach: Wenige bewegliche Teile, wartungsfreundlich
- Kosteneffizient: Geringe Anschaffungs- und Ersatzteilkosten
- Unempfindlich gegenüber Verschmutzung: Größere Toleranzen machen sie toleranter gegenüber leicht verunreinigtem Öl
Einschränkungen
- Geringerer Wirkungsgrad: Interne Leckagen nehmen mit dem Verschleiß zu
- Keine variable Fördermenge: Förderstrom ist drehzahlabhängig
- Relativ laut: Zahnradkontakt erzeugt hörbare Geräusche und Vibrationen
Typische Einsatzbereiche
- Servolenkungen und Schmiersysteme
- Vorlage- bzw. Ladepumpen für hydrostatische Antriebe
- Zusatzhydraulik an kleineren Planierraupen, Ladern und landwirtschaftlichen Maschinen
Typ 2: Flügelzellenpumpen (Vane Pumps)
Funktionsweise
Eine Flügelzellenpumpe besitzt einen exzentrisch gelagerten Rotor innerhalb eines Nockenrings. Die Flügel gleiten radial nach außen und innen, wodurch sich auf der Saugseite vergrößernde und auf der Druckseite verkleinernde Kammern bilden.
Dieses Prinzip erzeugt einen gleichmäßigen, pulsationsarmen Förderstrom – ideal für geräuschsensible oder regelungsintensive Anwendungen.
Hauptvorteile
- Leise und vibrationsarm: Deutlich ruhiger als Zahnradpumpen
- Guter Wirkungsgrad: Ausgeglichene Förderung für stabilen Maschinenbetrieb
- Variable Förderversionen verfügbar: Einige Modelle passen den Volumenstrom an die Last an
Einschränkungen
- Empfindlicher gegenüber Verschmutzung: Sauberes Öl und gute Filtration erforderlich
- Mittlere Druckstufe: Nicht für extrem hohe Systemdrücke ausgelegt
Typische Einsatzbereiche
- Kommunal- und Nutzfahrzeuge mit Fokus auf leisen Betrieb
- Hydrauliksysteme im mittleren Druckbereich
- Steuer- und Regelkreise, bei denen Förderstabilität entscheidend ist
Typ 3: Kolbenpumpen
Funktionsweise
Kolbenpumpen arbeiten mit mehreren Kolben, die im Zylinderblock hin- und herlaufen.
Bei Axialkolbenpumpen bestimmt der Neigungswinkel der Schrägscheibe den Kolbenhub – und damit die Fördermenge von null bis zur maximalen Leistung (variable Verdrängung).
Hauptvorteile
- Höchster Druck & Wirkungsgrad: Betrieb bei über 275 bar (≈ 4.000 PSI) mit minimalen Leckagen
- Variable Steuerung: Anpassung des Schrägscheibenwinkels ermöglicht Last- und Druckregelung
- Sehr präzise Leistung: Ideal für moderne Bagger, Raupen und anspruchsvolle Hydrauliksysteme
Einschränkungen
- Höchste Kosten: Komplexe Konstruktion und präzise Fertigung
- Sehr empfindlich gegenüber Verschmutzung: Hochwertige Filterung zwingend erforderlich
- Aufwendige Reparatur: Benötigt Spezialwerkzeuge und Fachkenntnisse
Wichtige Varianten
- Feste Verdrängung: Konstanter Volumenstrom bei gegebener Drehzahl, häufig in Open-Center-Systemen
- Variable Verdrängung: Anpassbare Fördermenge mit verschiedenen Regelarten:
- Druckkompensation: Die Pumpe reduziert automatisch die Fördermenge, sobald der eingestellte Maximaldruck erreicht ist – schützt das System und spart Energie.
- Load-Sensing: Die Pumpe liefert exakt den benötigten Volumenstrom und Druck entsprechend der aktuellen Lastanforderung. Dies ist die energieeffizienteste Regelungsart und beinhaltet zusätzlich eine Druckbegrenzung.
Typische Einsatzbereiche
- Haupthydraulik von Baggern
- Hub- und Erdbewegungsarbeiten mit hohen Kräften
- Hydrostatische Fahrantriebe und Präzisionssysteme
Profi-Tipp: Kolbenpumpen sollten immer mit sauberem Hydrauliköl und hochwertigen Filtern betrieben werden. Die Verwendung kompatibler Hydraulikpumpen trägt zur OEM-ähnlichen Leistung und langen Lebensdauer bei.
Vergleich der Hydraulikpumpen-Typen auf einen Blick
| Pumpentyp | Druckbereich | Wirkungsgrad | Geräusch | Schmutztoleranz | Kosten | Typische Anwendung |
| Zahnradpumpe | Niedrig–Mittel | Mittel | Hoch | Hoch | Niedrig | Zusatz- und einfache Systeme |
| Flügelzellenpumpe | Mittel | Gut | Niedrig | Mittel | Mittel | Kommunal- & Nutzfahrzeuge |
| Kolbenpumpe | Hoch | Sehr hoch | Mittel | Niedrig | Hoch | Bagger, Raupen, Hochlastsysteme |
Weitere spezialisierte Hydraulikpumpen
Neben Zahnrad-, Flügelzellen- und Kolbenpumpen gibt es spezielle Pumpentypen für bestimmte Fahrzeuge:
- Kupplungspumpen: Kleine Zahnradpumpen mit elektromagnetischer Kupplung, meist riemengetrieben; Einsatz in Hubarbeitsbühnen, Abschleppfahrzeugen und leichten Hydraulikanwendungen (unter ca. 60 l/min).
- Kipp- bzw. Dump-Pumpen: integrierte Ventil- und Druckbegrenzungseinheiten für Kippfahrzeuge, ausgelegt für kurze, leistungsintensive Einsätze.
- Dry-Valve- und Live-Pak-Pumpen: häufig in Müllfahrzeugen eingesetzt, um den Energieverbrauch zu reduzieren, wenn keine Hydraulikleistung benötigt wird.
Diese Sonderlösungen sind heute weniger verbreitet, zeigen aber, wie flexibel Hydrauliksysteme an unterschiedliche Fahrzeuganforderungen angepasst werden.
Fazit
Die Wahl der richtigen Hydraulikpumpe beeinflusst Leistung, Effizienz und Zuverlässigkeit maßgeblich. Sie sollten verstehen, wie jeder Pumpentyp funktioniert, und fundierte, kosteneffiziente Ersatzentscheidungen auf Basis bewährter Hydraulikpumpen treffen.
Halten Sie Ihre Hydraulikflüssigkeit sauber und stimmen Sie die passende Pumpe auf den Druckbedarf Ihres Systems ab – so liefert Ihre Ausrüstung über viele Jahre hinweg konstante Leistung und hohe Produktivität.
Mehr Lesen: Vanessa Civiello verheiratet








