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Intelligentes Wohnen, aber dumme Sicherheit?

Intelligentes Wohnen, aber dumme Sicherheit? Warum Ihre Video-Türklingel ein leichtes Ziel für Hacker sein kann

Die Bequemlichkeit von Smart-Home-Geräten ist unbestreitbar: Clip-Türklingeln wie Ring oder Nest zeigen an, wer vor der Tür steht, smarte Thermostate steuern die Heizung vom Strand aus, und vernetzte Lautsprecher spielen auf Sprachbefehl Musik. Aber nur wenige Nutzer denken an Sicherheit. Studien belegen, dass jedes internetfähige IoT-Gerät im Schnitt täglich zehn Angriffe verzeichnet. Im Durchschnitt hat ein Smart-Home-Haushalt 21 vernetzte Geräte – und blockiert täglich Hunderte von Bedrohungen.

Das Problem: Eine große Anzahl von Nutzern passt die Werkseinstellungen nie an, nutzt Standard-Passwörter wie “admin/admin” und installiert keine Firmware-Updates. Das qualifiziert sie als ideale Ziele. Babyphones sind anfällig für Hacks, smarte Schlösser können manipuliert werden und Kameras werden für Erpressungen missbraucht. Laut dem BSI-Cybersicherheitsmonitor 2025 zeigen viele Nutzer eine gefährliche Sorglosigkeit gegenüber Cyberkriminalität in ihrem eigenen Zuhause.

Die größten Gefahren für die Sicherheit im Smart Home

Schwache Passwörter sind der erste Schritt für Hacker. Zahlreiche IoT-Geräte kommen mit Standard-Zugangsdaten – und werden so auch weiterhin genutzt. Listen mit Werkspasswörtern sind im Darknet zu finden. Durch das Ausprobieren dieser wenigen Kombinationen erhält ein Angreifer Zugriff auf Kameras, Türschlösser oder Heizungssteuerungen. Studien belegen, dass 99,3 Prozent aller Angriffe auf bekannte Schwachstellen abzielen, die durch Updates eigentlich schon geschlossen sein sollten.

Eine nicht aktuelle Firmware ist eine große Sicherheitslücke. Obwohl Hersteller regelmäßig Sicherheitsupdates herausbringen, ignorieren viele Nutzer sie oder sind sich nicht einmal bewusst, dass ihre Geräte aktualisiert werden müssen. Besonders kritisch ist, dass Anbieter mit niedrigen Preisen oft schon nach wenigen Monaten den Support einstellen. Es funktioniert weiterhin, erhält aber keine Updates mehr. Eine heimische Zeitbombe.

Der Klassiker ist die unverschlüsselte Kommunikation. Einige Geräte senden Daten im Klartext über das Netzwerk. Alles, was über das Netzwerk gesendet wird, kann von anderen im gleichen WLAN mitgelesen werden: Dazu gehören Passwörter, Nutzungsgewohnheiten und sogar Kamerastreams. Die Abhängigkeit von Cloud-Diensten verschärft das Problem – Daten werden auf Servern in den USA oder China gespeichert, ohne dass Nutzer wissen, wer dort Zugriff hat.

Angriffsszenarien aus der Praxis Eltern weltweit sind von den Hacks von Babyphones erschreckt. Kinder werden über den Lautsprecher angesprochen, Schlafzimmer werden beobachtet oder die Kamera wird von Angreifern übernommen. Die Beweggründe variieren von voyeuristischer Neugier bis hin zu gezielter Erpressung. In einem Fall verlangten Hacker Geld, andernfalls würden sie kompromittierende Videos veröffentlichen.

Die Manipulation von Smart-Locks erlaubt es, ohne Gewalt einzubrechen. Immer wieder haben Wissenschaftler bewiesen, dass man elektronische Türschlösser über Bluetooth oder WLAN – manchmal sogar aus einigen Metern Entfernung – öffnen kann. Während die Bewohner schlafen, brechen Diebe ein. Hinweise? Nichts zu sehen. Das Schloss zeichnet den Vorgang als regulären Zugriff auf.

Video-Türgong-Unwissende Hausbesitzer werden Opfer von Erpressung. Hacker übernehmen die Kontrolle über die Kamera, erstellen Bewegungsprofile und wissen genau, wann der Hausbesitzer nicht zu Hause ist. Während einige das für Einbrüche ausnutzen, erpressen andere die Besitzer: Zahle 500 Euro in Bitcoin, andernfalls bringen wir deine Aufnahmen online. Es gibt eine hohe Dunkelziffer – viele schweigen.

Praktische Sicherheitsvorkehrungen für Ihr Smart Home

Getrennte WLAN-Netze für IoT-Geräte sind vorgeschrieben. Gäste-WLANs, die vom Hauptnetzwerk getrennt sind, werden von modernen Routern wie der Fritzbox angeboten. Ins IoT-Netzwerk gehören smarte Glühbirnen, Thermostate und Kameras, während Computer und Smartphones ins Hauptnetzwerk gelangen. Ein gehacktes Leuchtmittel kann nicht auf sensible Daten zugreifen. In nur zehn Minuten ist die Einrichtung erledigt, und der Schutzeffekt ist riesig.

Nutze die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wo es geht. Selbst wenn Angreifer das Passwort kennen, benötigen sie zusätzlich einen Code vom Smartphone oder eine Hardware-Komponente. Es bieten viele Hersteller an, aber nur wenige nutzen es. Es ist die einfachste Methode, um Kontoübernahmen zu verhindern.

Firmware-Updates umgehend einspielen. Schalten Sie automatische Updates ein, wenn es die Option gibt. Überprüfen Sie einmal im Monat manuell, ob neue Versionen verfügbar sind. Das ist besonders bei Sicherheitskameras, Türschlössern und Alarmanlagen kritisch. Ein gepatchtes Gerät bietet ein Vielfaches an Sicherheit im Vergleich zu einem veralteten.

Wählen Sie Hersteller mit einem guten Ruf in der Sicherheit.

Die meisten achten beim Kauf einer Video-Türklingel oder eines smarten Schlosses auf das Design und die Funktionen – “Kann ich unterwegs live zuschauen?” oder “Geht es mit Alexa?”. Aber die wichtigste Frage ist: Wie sicher ist das Gerät wirklich? Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen No-Name-Produkten vom Billig-Marktplatz und den etablierten Herstellern. Ein systematischer Ansatz ist hier von Nutzen, wie er in anderen Bereichen üblich ist: Wer die beste Krypto-Wallet sucht, sollte sich auf Tests verlassen, die Sicherheitsarchitektur, Update-Politik und Hersteller-Reputation bewerten.

Das gleiche Prinzip trifft auch auf Smart Home zu: Bietet der Hersteller mindestens fünf Jahre Updates? Ist die Verschlüsselung mit TLS 1.3 auf dem neuesten Stand der Technik? Wo werden die Daten gespeichert – lokal oder in der Cloud? Regelmäßig führen Organisationen wie Stiftung Waretest oder das BSI Tests durch und warnen vor Sicherheitslücken. Marken wie Bosch, AVM oder Homematic überzeugen mit einer transparenten Sicherheitskommunikation, während günstige Importe oft nach wenigen Monaten ohne Updates sind. Für nur 30 Euro mehr erhalten Sie ein sicheres Gerät – gerade wenn es um die Sicherheit Ihres Zuhauses geht, ist das eine gute Investition.

Bequemlichkeit darf nicht die Sicherheit gefährden.

Die Smart Home-Technologie ist keine Zukunftsmusik mehr; in deutschen Haushalten sind bereits Millionen von vernetzten Geräten zu finden. Der Komfort ist verführerisch: Heizung vom Büro aus einstellen, Kamera im Urlaub überwachen oder Licht per Sprachbefehl steuern. Allerdings bietet diese Vernetzung auch Angreifern Chancen. Die positive Nachricht: Man kann das Risiko mit geringem Aufwand drastisch reduzieren.

Ein separates IoT-WLAN einrichten, starke Passwörter verwenden und Updates installieren – das sind keine komplizierten Wissenschaften, sondern Grundlagen. Wer beim Kauf auf vertrauenswürdige Hersteller anstatt auf Billigangebote setzt, investiert in eine langfristige Sicherheit. Ein gehacktes Smart Home ist kein theoretisches Risiko, sondern eine reale Gefahr: für die Privatsphäre, das Eigentum und die Familie. Es geht nicht um die Frage, ob Sie sich schützen sollten – sondern wann Sie endlich damit anfangen.

Mehr Lesen: vanessa civiello partner